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Alle Materialien, die wir im Tutorium besprechen, sowie zusätzliche Dateien, die dich beim Verständnis und bei der Klausurvorbereitung unterstützen.
Analysis III · Wintersemester 2026/27
Fixpunkte, implizite Funktionen und alles, was darauf aufbaut – die Analysis wird hier zum Werkzeug. Jedes Kapitel dreifach: Idee lesen, Skizze anfassen, Wissen prüfen.
Die Seite wächst mit dem Semester: Kapitel für Kapitel, nummeriert wie in der Vorlesung. Los geht es mit Kapitel 17: dem Fixpunktsatz von Banach und implizit definierten Funktionen.
Goldener Faden
Der goldene Faden durch das Semester nach dem Plan der Vorlesung – golden ist schon da, hell folgt.
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Skripte
Verschiedene Skripte zur Analysis III – zum Vergleichen, Nachschlagen und Vertiefen. Jedes setzt eigene Schwerpunkte; nimm das, mit dem du am besten lernst. Ausschließlich für das persönliche Selbststudium.
Übungen
Übungsblätter mit Lösungen aus früheren Analysis-III-Vorlesungen an der LMU – jede Sammlung als ein ZIP-Archiv. Am meisten bringen sie, wenn du eine Aufgabe zuerst selbst versuchst und erst danach die Lösung liest.
Aus Datenschutzgründen dürfen die Altklausuren hier nicht veröffentlicht werden. LMU-Studierende haben jedoch mit ihrer LMU-Kennung Zugriff auf die passwortgeschützte Klausurensammlung der Fachschaft (GAF).
Zu den Altklausuren (GAF)Hilfsmaterial
Übersichten und Themenblätter, die beim Lernen und Wiederholen helfen – darunter eine eigene Zusammenstellung der wichtigsten Sätze. Ausschließlich für das persönliche Selbststudium.
Verstehen & Üben
Zu jedem Kapitel dieselben drei Schritte: die Idee in einer Verständnisbox lesen, eine Skizze mit Reglern anfassen und das Wissen in einem kurzen Check prüfen – mit sofortiger Erklärung, warum eine Antwort stimmt oder nicht.
Dein Lernpfad
0 von 1 Wissens-Checks bestanden
Dein Fortschritt wird nur in deinem Browser gespeichert – ohne Konto, ohne Server.
Klausurmodus
Zufällig gemischt aus allen freigeschalteten Kapiteln. Kein Feedback zwischendurch – die Auswertung mit Erklärungen kommt am Ende, wie in der Klausur.
Kapitel 17
Ein Werkzeug, zwei große Sätze: wann eine Iteration gegen genau einen Punkt läuft – und wann eine Gleichung \(F(x,y)=0\) in der Nähe eines Punktes eine Funktion \(y=g(x)\) festlegt.
Eine Abbildung \(f: X \to X\) heißt Kontraktion, wenn es ein \(\lambda < 1\) gibt mit \(d(f(x), f(y)) \le \lambda\, d(x,y)\) für alle \(x, y\). Je zwei Punkte rücken bei jedem Schritt um mindestens den Faktor \(\lambda\) zusammen. Ist \(X\) vollständig, besitzt \(f\) genau einen Fixpunkt \(x^* = f(x^*)\) – und die Iteration \(x_{n+1} = f(x_n)\) läuft von jedem Startwert dorthin.
Das ist mehr als ein Existenzsatz: Er liefert ein Verfahren und gleich die Fehlerschranke \(d(x_n, x^*) \le \frac{\lambda^n}{1-\lambda}\, d(x_1, x_0)\).
Zum Anfassen
Fixpunktiteration im Spinnwebdiagramm
Wähle eine Funktion und verschiebe den Startwert \(x_0\). Die goldene Treppe ist die Iteration \(x_{n+1} = g(x_n)\), der helle Streifen das Intervall \(I\), auf dem geprüft wird, ob \(g\) eine Kontraktion ist.
Meist über die Ableitung. Ist \(D \subseteq \mathbb{R}\) ein abgeschlossenes Intervall und \(f\colon D \to D\) stetig, im Inneren differenzierbar mit \(|f'(x)| \le \lambda < 1\), so liefert der Mittelwertsatz \(|f(x) - f(y)| \le \lambda\,|x - y|\). Im \(\mathbb{R}^n\) braucht man eine abgeschlossene, konvexe Menge \(D\) und eine Schranke \(\|J_f(x)\| \le \lambda < 1\) für die Jacobi-Matrix in einer Matrixnorm; an die Stelle des Mittelwertsatzes tritt die Mittelwertungleichung. Für affine Abbildungen \(f(x) = Ax + b\) heißt das schlicht \(\|A\| < 1\).
Praktische Matrixnormen: die Zeilensummennorm \(\|A\|_\infty = \max_j \sum_k |a_{jk}|\), die Spaltensummennorm \(\|A\|_1 = \max_k \sum_j |a_{jk}|\) und die Spektralnorm \(\|A\|_2 = \sqrt{\text{größter Eigenwert von } A^{\mathsf T}A}\). Es reicht, eine Norm zu finden, in der \(\|A\| < 1\) ist.
Ist \(E\) ein Banachraum und \(T\) linear und beschränkt mit \(\|T\| < 1\), so ist \(I - T\) invertierbar mit
\((I - T)^{-1} = \sum_{k=0}^{\infty} T^k, \qquad \|(I - T)^{-1}\| \le \frac{1}{1 - \|T\|}.\)
Folgerung: Die invertierbaren beschränkten Operatoren bilden eine offene Menge, und die Inversion \(T \mapsto T^{-1}\) ist differenzierbar mit Ableitung \(H \mapsto -T_0^{-1} H\, T_0^{-1}\) – im Eindimensionalen die bekannte Regel \(\big(\tfrac1x\big)' = -\tfrac{1}{x^2}\). Genau diese Werkzeuge braucht der Beweis des Satzes über implizite Funktionen.
\(F(x,y) = 0\) beschreibt eine Kurve. Oft lässt sie sich nicht explizit nach \(y\) auflösen – trotzdem ist \(y\) nahe eines Punktes \((a,b)\) eine Funktion von \(x\), solange die Kurve dort nicht senkrecht steht. Genau das sagt der Satz: Ist \(F\) stetig differenzierbar, \(F(a,b) = 0\) und \(\partial_y F(a,b) \neq 0\), dann gibt es Umgebungen \(U \ni a\), \(V \ni b\) und genau eine Funktion \(g: U \to V\) mit \(F(x, g(x)) = 0\).
Die Ableitung bekommt man, ohne \(g\) zu kennen, durch Ableiten von \(F(x, g(x)) = 0\): \(g'(x) = -\dfrac{\partial_x F(x, g(x))}{\partial_y F(x, g(x))}\).
Zum Anfassen
Wo ist \(F(x,y) = 0\) nach \(y\) auflösbar?
Wähle eine Kurve und bewege den Punkt \(P\). Wo \(\partial_y F \neq 0\) ist, wird das goldene Stück zum Graphen einer Funktion \(y = g(x)\) – mit Tangente der Steigung \(-\partial_x F / \partial_y F\). An senkrechten Stellen und Singularitäten bricht das zusammen.
Nein. Man braucht eine gleichmäßige Schranke \(\lambda < 1\), einen vollständigen Raum und eine Selbstabbildung. Gegenbeispiel: \(f(x) = x + \frac1x\) auf \([1, \infty)\) erfüllt \(|f(x) - f(y)| < |x - y|\) für alle \(x \neq y\), hat aber keinen Fixpunkt. Und \(f(x) = \frac x2\) auf \((0,1]\) ist eine Kontraktion – ihr Fixpunkt \(0\) liegt aber nicht im Raum, weil \((0,1]\) nicht vollständig ist.
Im Beweis schreibt man \(F(x,y) = 0\) für festes \(x\) als Fixpunktgleichung \(y = T_x(y) := y - \partial_y F(a,b)^{-1}\, F(x,y)\). Nahe \((a,b)\) ist \(T_x\) eine Kontraktion – der Banachsche Fixpunktsatz liefert für jedes \(x\) genau ein \(y = g(x)\). Im \(\mathbb{R}^n\) wird aus \(\partial_y F \neq 0\) die Bedingung „\(D_y F(a,b)\) ist invertierbar“; der Umkehrsatz folgt auf demselben Weg.
Wissens-Check
11 Fragen, gemischt. Nach jeder Antwort erfährst du, warum.
Weitere Kapitel
Die Reihenfolge der Kapitel richtet sich nach der Vorlesung. Sobald ein Kapitel behandelt wurde, erscheint hier sein Modul: Idee, Skizze zum Anfassen und Wissens-Check – Woche für Woche eines mehr.
Üben & Wiederholen
Ohne Uhr und ohne Punkte: Zufallsaufgaben, die jedes Mal neu entstehen, Karteikarten für die Definitionen. Dein Stand bleibt nur in deinem Browser.
Begleitung zur Vorlesung
Eine Lesehilfe zu jedem Abschnitt des Vorlesungsskripts – was wichtig ist, wie die Beweise aufgebaut sind und worauf du achten solltest. Dazu ausführliche Erklärungen zu den Übungsblättern, jeweils nach der Abgabefrist.
Lesehilfe
In eigenen Worten, zum Lesen neben dem Skript – kein Ersatz dafür.
Das Kapitel beginnt mit einer Erinnerung an Banachräume und der Beobachtung, dass sich viele Gleichungen als Fixpunktgleichungen schreiben lassen. Die naheliegende Strategie „iterieren und hoffen“ wird dann durch den Fixpunktsatz abgesichert.
Im Beweis des Fixpunktsatzes lohnt es sich, die drei Schritte zu trennen: Die Iterierten bilden eine Cauchy-Folge (geometrische Reihe), der Grenzwert liegt in \(U\) (Abgeschlossenheit) und ist ein Fixpunkt (Stetigkeit). Die Eindeutigkeit folgt in einer Zeile aus der Kontraktion.
Danach geht es darum, die Kontraktion nachzuweisen: im Eindimensionalen mit dem Mittelwertsatz, im \(\mathbb{R}^n\) mit der Mittelwertungleichung und einer Matrixnorm der Jacobi-Matrix. Beim Lesen besonders beachten: wofür Konvexität gebraucht wird, und die Neumann-Reihe mit ihren Folgerungen – sie sind das Werkzeug für den Satz über implizite Funktionen.
Übungsblätter
Ausführliche Erklärungen, Tipps und Tricks zu jedem Blatt – immer erst nach der Abgabefrist, damit die Abgabe eigene Arbeit bleibt.